Im Hinterhof der Töpferei steht das Brennhaus. In ihm
befindet sich noch ein Kasseler Langofen aus dem 16. Jahrhundert.
Diese einfachste Form eines liegenden
Flammofens war ursprünglich ein Holzofen. Ende des 19. Jahrhunderts wurde er jedoch auf Holz und Kohle umgerüstet.
Die Feuerstelle des Ofens
befindet sich auf der gegenüberliegenden Seite von der Einlegestelle. Der Innenraum hat ein Fassungsvermögen von 9m³.
Die Brenndauer betrug 25- 28 Stunden und es wurden ca. 80 Zentner (4 t) Braunkohle und zum Schluss noch ein Kubikmeter
Holz für den Brand benötigt. Der Ofen wurde im Dezember 1959 das letzte mal gebrannt und besitzt heute den Status technisches Denkmal.
Hinter dem Rost mit dem
Glutbrett ist eine lückige Ziegelwand (der Ständer) errichtet, die dazu diente, die scharfe Wucht der sengenden Flammen abzufangen und zu mildern.
Der Ofen besitzt ein starkes Temperaturgefälle, was beim Einlegen der Ware Beachtung finden musste. So wurden direkt hinter dem Ständer bei einer
Temperatur von ca. 1350 °C das Braunzeug, in der Mitte bei Temperaturen um die 1250°C alles Bunte und in der Nähe des Ofenausganges bei immer
noch ca. 1200 °C Blumentöpfe und Pflanzschalen eingelegt. Jede größere Lücke musste vermieden werden, weil sonst "falsche Züge" entstanden,
die den ganzen Brand verderben Konnten. Der Ofeneingang wurde zum Abschluss zugemauert. Nur eine kleine öffnung erlaubte es dem Töpfer einen
Blick in das Innere zu werfen. Mehrere Tage musste der Ofen abkühlen bevor er "aufgerissen" werden konnte. Bei einer Temperatur von 70 - 80° C
wurde der Ofen ausgenommen.
Das Ofengitter (Ständer) zwischen Brennraum und Feuerstelle.